In einer Broschüre der Bayrischen Polizei betont Staatsminister Joachim Herrmann, dass innerhalb eines Jahres circa 2000 Frauen mit ihren Kindern in eines der etwa 40 Frauenhäuser in Bayern flüchten müssen. Der Grund: häusliche Gewalt. Nicht selten eine Folge von toxischen Beziehung. Dabei muss nicht zwangläufig der Mann der toxische Teil der Partnerschaft sein. Häufig ist die Gewalt gegen Frauen selbst ein Hilfeschrei und pure Verzweiflung. Trotzdem ist ein solches Verhalten nicht zu entschuldigen und ein großes Problem in bayrischen Familien. Wir versuchen Ihnen deshalb zu helfen.
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Josua Leibrich ist Psychologe und nebenberuflicher Autor. Als Einzel- und Paartherapeut arbeitet er mit verhaltens- und schematherapeutischen Methoden in Würzburg. Es ist ihm ein Privileg, Menschen zu einem positiven Selbstverständnis zu führen und gemeinsam innovative Wege zu einzuschlagen. Detaillierte Informationen finden Sie auf seiner Homepage.
Was ist eine toxische Beziehung?
Toxische Beziehungen führen auf lange Sicht zu Diskussionen, Streits und letztendlich zu großen Schmerz und Trauer. Obwohl gegen Ende die Situation aussichtslos erscheint, gibt es in den meisten Fällen, eine gute Zeit zu Beginn, an die sich gern zurück erinnert wird. Erst mit der Zeit werden die toxischen Verhaltensweisen eines Partners sichtbar und bestimmen Schritt für Schritt mehr den Alltag. Typische Kennzeichen sind dabei absolutes Kontrollverlangen, Dominanz- und Machtverhalten und ein egoistisches Verhalten.
Toxische Beziehung beschreibt ein Muster destruktiver Verhaltensweisen, die mindestens von einem Partner ausgeht und emotionalen Schaden verursachen kann. Eine komplementäre Dynamik tritt auf, wenn eine Seite dominant und kontrollierend ist, die andere Seite sich etwa schwach, unsicher, hilfsbedürftig fühlt. – Josua Leibrich
Obwohl eine solche Beziehung von Leid und Schmerz geprägt ist, schaffen es viele Paare nicht, voneinander loszukommen. Die Gründe sind dabei meist Angst, Alternativlosigkeit und Scham vor Familie und Freunden. Nicht selten versuchen solche Paare ihre Probleme komplett vor ihren Mitmenschen geheim zu halten.
5 Warnsignale einer toxischen Beziehung
Auf diese Warnsignale sollten Sie achten, wenn Sie darüber nachdenken, ob Ihre Beziehung gesund für Sie ist. Dabei können die einzelnen Signale unterschiedlich stark ausgeprägt sein, in Kombination sind sie allerdings auf Dauer schädlich für Sie und Ihre Beziehung.
Respekt
Eine Beziehung kann nur funktionieren, wenn sich beide Partner auf Augenhöhe begegnen. Beleidigungen, Erniedrigung und emotionale Erpressung sind Formen von mangelndem Respekt. Nicht außer Acht zu lassen ist dabei der Respekt zur eigenen Person. Selbstverletzung, Wutausbrüche und emotionale Zusammenbrüche sind meist eine Folge von Selbsthass und fehlendem Respekt vor sich selbst.
Egoismus
Verfolgt Ihr Partner ausschließlich seine eigenen Interessen und ist dabei absolut nicht kompromissbereit, wird es für Sie schwer werden, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Dabei ist es dem Partner in der letzten Konsequenz egal, wie es Ihnen geht. Hauptsache sein Wille wird durchgesetzt.
Toxische Muster zeigen sich in Verhaltensmuster oder Persönlichkeitstendenzen, die man als unbeherrscht, mit aufdringlicher Anspruchshaltung, egozentrisch und dominant bis hin zu unterdrückend, manipulativ, bösartig, feindselig oder zynisch und unberechenbar emotional-instabil verstehen kann. – Josua Leibrich
Misstrauen und Eifersucht
Eine toxische Beziehung ist meist geprägt von Misstrauen und Zweifel. Egal wohin Sie gehen oder was Sie machen wollen, ohne Ihren Partner gäbe es im Anschluss nur Ärger. Auch wenn Sie ihm keinen Grund zur Eifersucht geben, werden Sie dennoch mit Anschuldigungen konfrontiert.
Überempfindlichkeit
Regelmäßige Wutanfälle, aggressives Verhalten und schlechter Umgang mit Kritik sind quasi an der Tagesordnung. Egal wie behutsam Sie ein Thema anfangen, innerhalb weniger Minuten kippt die Stimmung und der Partner geht voll auf Konfrontationskurs.
Freunde und Familie
Ein wichtiges Warnsignal sind oft enge Bezugspersonen, denen auffällt, dass Sie sich verändern und Ihnen die Beziehung nicht gut tut. So ein Gespräch mit Freunden oder Familie zu führen, ist für beide Parteien nicht einfach. Schnell können die Sorgen missverstanden werden und das toxische Pärchen distanziert sich und wendet sich ab. Trotzdem ist es als Angehöriger wichtig, für die Betroffenen da zu sein, erst recht, wenn die Beziehung doch irgendwann endet.
Toxische Menschen: Wer hat Schuld an der toxischen Beziehung?
Familientherapeutin Birgit Salewski erklärt dazu, dass generell für jeden die potenzielle Gefahr besteht, eine toxische Person kennen und lieben zu lernen. Eine Beziehung ist dabei stets von beiden Seiten abhängig und einen alleinigen Schuldigen gibt es in der Regel nicht.
Oft kommt es vor, dass gerade Menschen, die in einer Krise stecken oder sich allein und einsam fühlen, toxische Beziehungen eingehen. Zu groß ist die Angst vor der Einsamkeit, um mögliche Warnsignale vorzeitig zu erkennen. Häufig werden diese anfangs einfach ignoriert oder in Kauf genommen.
Auch für die Menschen, die toxische Verhaltensweisen aufzeigen, sind solche Beziehungen weiter schädlich. Je früher man selbst erkennt, dass man sich in einer zerstörerischen Beziehung befindet, desto schnell kann man sich und der anderen Person helfen oder helfen lassen.
Bei hoher Einseitigkeit verstecken sich hinter toxischem Handeln oft vermeintliche Selbstschutz-Taktiken, z.B. aus ängstlicher Erwartung (wieder) betrogen zu werden, eine hohe Anspruchshaltung an eine Partnerschaft, oder ein fragiler aber bedürftiger Selbstwert wie bei Narzissmus. Nicht nur bei Persönlichkeitsstörungen können solche Muster auftreten. – Josua Leibrich
Toxische Beziehungen retten?
Es ist wahrlich nicht einfach, sich selbst einzugestehen, dass die eigene Beziehung keine Zukunft hat beziehungsweise vorher erstmal zu realisieren, dass die Probleme in der Partnerschaft das eigene Leben bestimmen und die negativen Aspekte überwiegen.
Der einzige Ausweg ist, viel zu kommunizieren und dabei selbstkritisch Probleme anzusprechen. Dabei ist Selbstreflexion und Verantwortung übernehmen essenziell. Es braucht klärende Gespräche und eindeutige Lösungsansätze, die von beiden Seiten getragen und ernst genommen werden.
Zuerst ist es gut, ein wohlwollendes Gespräch in der Partnerschaft aufzusuchen. Gerade bei hoher Empfindlichkeit des Gegenübers ist es gut, die guten Absichten immer wieder zu betonen und im Feedback auszudrücken. Genauso ist es hilfreich, den anderen verstehen zu lassen, was die toxischen Verhaltensweisen emotional verursachen oder man sich auch eigene Anteile in der toxischen Dynamik eingesteht. – Josua Leibrich
Ist der Grund für die toxische Beziehung eine psychische Krankheit oder eine persönliche Lebenskrise hilft es, für die Person da zu sein und zu versuchen, ihr Stabilität zu geben. In vielen Fällen ist es jedoch ratsam, professionelle Hilfe aufzusuchen. Ein Paartherapeut kann beispielsweise helfen, ein klärendes Gespräch zu führen und kann weitere Tipps für den Ausweg aus einer Krise geben.
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